Nick Cave und die Nackten Nick Cave kann nicht nur gute Musik machen, sondern auch junge Damen mit dem Kulli malen. Das ist der erste Eindruck der limitierten “Grinderman”-Single. Nur 2500 Stück gibt es davon zu kaufen – oder besser gab es zu kaufen. Jetzt muss man schon relativ tief in die Tasche greifen, um das musikalische sowie zeichnerische Werk des australischen Künstlers zu kaufen. Der Preis pendelt so um die 50,- Euro pro Stück. Aber das wichtige ist doch die Musik! “Get it on” klingt sehr schmutzig, rotzig und es wird einfach mal auf das Schlagzeug verzichtet. Dafür gibt es einen Gitarrensound, der wie ein nervige Hummel durch den Song fliegt. Das Tierchen ist anscheinend sehr nervös und unruhig. Für ein bisschen Hintergrund sorgt die Percussions-Abteilung und neben Nick Cave hört man die anderen Bandmitglieder hier und da gezielt rumgrölen. Auf eine technisch aufwendige Produktion wird auch verzichtet, so dass man den Eindruck einer Dichterlesung mit Sounduntermalung erhält.
Volle Kanne in den Gehörsturz Die “Spermbirds” sind laut, rauh und unerbittlich. “Something Good” ist die ideale Medizin für den Fall, dass man morgens nicht aus dem Bett kommt. Hier wird die Motorsäge des Hardcores angeworfen, um einen Einklang mit der Wut des Sängers zu bilden. Eine Stück Vinyl, dass nach ungestümer Jugend schreit und keinen Takt zu lahmarschig ist.
Ein schöner Gruß von Samhain und Misfits! “Genepool” klingen für mich sehr stark nach Misfits oder gar Samhain. Düster und Gitarren, die den Weg zum Friedhof weisen. Dort sind die amerikanischen Heroen beerdigt. Doch und jetzt kommt das “Aber” Geenpool pumpen neues Blut in die Leichen der Bands. Der Song “Reptile Smile” kommt mit einem Auftakt á la “Children in Heat” daher. Die Stimme von Sänger Jack Letten weiß schon, wo der Hammer hängt, allerdings ist er nicht die Liga von Glenn Danzig. Und auch hier wieder ein “Aber” – Der Mann weiß zu überzeugen!
Früher wurde auch schon gerockt. Ein bisschen Zeit ist in das Land gegangen seit diese Single erschienen ist. Genau 14 Jahre. Hoppla. Aber dennoch ist “Twin Earth” meiner favorisierten Lieblingsband aus den 90er Jahren immer noch ein guter Renner auf Parties. Hier gibt es alles, was man braucht, um schmutzig abzurocken. Bratzige Gitarren, die einem das Fürchten lehren, ein Dave Wyndorf in gewohnt zugedröhnter Stimmung und Lyrics, die einem Drogenabhängigen zu Ehre gereichen. Wie das Video! Zahlreiche Video von “Way Back Time” gibt es auf der Homepage von “Monster Magnet”. Der zweite Song ist das Live-Stück “Nod Scene”. Aufgenommen wurde es am 14. März 1993 in Boulder, Colorado. Hier hört man den Frontmann Wyndorf zeitweilig rumgrölen wie ein betrunkener Fußballfan nach dem WM-Sieg. Rock´n´Roll, der ausgiebig gefeiert wird. Eine Single, die insgesamt für eine Party mit Langhaarigen bestens geeignet ist.
Bloc Party – Ganz in Grün Giftgrün ist die Single “Two More Years / Hero”, die am 5. Oktober 2005 das Verkaufslicht der Welt erblickte. Beide Songs sind in der Zwischenalbenzeit erschienen und zeigt, dass die Bloc Party Jungs es sich nicht nehmen lassen ihre Fans zu erfreuen. Der erste Song “Two More Years” ist ebenso wie “Hero” ein klassischer “Silent Alarm” Titel. Es rockt nicht unbedingt so derbe aber es wird schon gehörig der Beat in Bewegung gehalten. “Two more years” wieder geht es traurig und melancholisch zu. Aber deshalb lieben wir ja die Bloc Party! Und auch “Hero” – die Geschichte des Mädchens, das ihren Helden sucht, füllt unsere nach Melancholie dürstende Seele mit Inhalt. Wie schön, dass es die Jungs aus England gibt. Insgesamt sind die beiden Songs eine gute Mischung und wer Zeilen wie “You´ve cried enough this lifetime, my beloved polar bear” schreibt, der hat eh meine Sympathie!
Ein Griff in die Untiefen meiner Single Sammlung hat ein kleines Meisterwerk des Ur-Grunge Labels SUB POP zu Tage gefördert. The Dwarves, eine jener rauen Bands, die in ihrer Ursprünglichkeit meiner Meinung nach das wahre “Ich” von Grunge verkörpern. Punkrock und zwar die volle Dröhnung. Drei Songs sind auf der schwarzen Scheibe verzeichnet. “Lucky Tonight”, “Speed Demon” und “Dairy Queen”. Der Song in der Mitte “Speed Demon” ist allerdings der beste auf dem Vinyl. Rotzig, dreckig und immer schön die Drogen verherrlichen. Neben ihrer Musik ist die Band vor allem durch allerlei Trara aufgefallen. Cover und Songtexten landeten des Öfteren auf den Index. Queens of the Stone Age Mitglied Josh Home hat Dwarves Sänger Blag Dahlia eine Bierflasche über den Schädel gezogen und das ehemalige Queens of the Stone Age Mitglied Nick Oliveri spielt schon mal Bass bei The Dwarves. Man merkt, da ist eine Menge Rock´n´Roll drin.
Bullet, Bullet, Bullet Wir schreiben das Jahr 1993 und Bounty Killer knallt unter anderem mit Hilfe von King Jammys an den Regeln praktisch im Wochentakt einen Hittune nach dem nächsten raus. Zu dieser Zeit steht der Clash zwischen Beenie Man und Bounty Killer noch am Anfang (warum dieser überhaupt begann, wissen die beiden wahrscheinlich schon selber nicht mehr). In dieser hitzigen Atmosphäre entstand Statment und war Bountys Beitrag auf einem Album mit dem Titel „Face to Face“ auf dem er sich mit Beenie Man verbal die 45er um die Ohren knallte. Der Riddim ballert ebenso wie die Lyrics vom Warlord „Boy a go dead, no bother game no argument. Kill me come if kill, mi gun no take statement.” Also, wer die guten alten Zeiten vermisst, wo in der Dancehall noch tanzbare Musik gespielt und auf Political Correctness geschissen wurde ist mit dieser Single bestens bedient.
Rock´n´Roll Provinz Wer sonst mit der Provinz verständlicherweise Kühe, grüne Landschaften und Trecker verbindet, der wird jetzt im wahrsten Sinne des Wortes und vor allem der Musik durchgerockt. “Boozed” sind da. Ein paar Jungs, die noch bei Mutti zu wohnen scheinen, haben sich die Haare lang wachsen und sich Instrumente schenken lassen. Dann haben sie sich entschlossen, die Welt mit Rock´n´Roll aufzumöbeln. Und er ist wahrhaft dreckig wie ein Kuhstall und weckt den Hörer wie das Krähen des Hahns. Man merkt also, dass der gute alte Rock´n´Roll überall wachsen kann. Musikalisch sind wir irgendwo zwischen ACDC, Henry Rollins und The Hives. Grandios. Auf der anderen Seite führen “Psychopunch” das weiter, was “Boozed” begonnen haben. Es wird ebenfalls nicht mit Energie gegeizt. Nein, ganz im Gegenteil. Sie wird verschwendet! Und das alles nur zu unserem Wohl. Eine Menge Rock´n´Roll zum Preis einer Oettinger Kiste. Und das ganze noch als gelbes Vinyl!
Der MOZ gibt Hoffnung! Morrissey, der Meister des musikalischen Trosts, gibt sich mit “In the future when all´s well” erneut die gepresste Ehre. Ja, ja in der Zukunft wird alles besser sein. Die Musik, das Leben und der ganze andere Rest. Und wer fühlt sich auserkoren, um uns Mut zu machen: Morrissey. Wer auch sonst. “In the future when all´s well” ist ja bereits auf der “Ringleader of the Tourmentors” zum Hören bereits gestellt worden. Daher weiß der Fan, dass das rockige Stück mit einem merkwürdigen Gitarreriff einsteigt, dem ich nicht wirklich etwas abgewinnen kann. Es klingt zu billig. Ansonsten ist es ein solider Morrissey Titel, der ein Füllhorn von zynischer Lebenseinstellung eines englischen Gentlemans über uns Hörer ergießt. Besonders merkt man dies am zweiten Stück “Christian Dior”, welche mit “You wasted your Life” beginnt. Schönes Cover!
Hol`die Luftgitarre raus! Dass Rock´n´Roll nicht immer aus England oder den Staaten kommen muss, das wissen Hörfreunde schon länger. “The Trashmonkeys” aus Bremen – eine Stadt, die sonst nur durch Fußball bekannt ist, sind das Plektron an der heimischen Rock´n´Roll Luftgitarre. Bei “Favourite Enemy” wird das Tempo-Gaspedel voll durchgetreten und ab geht es. Mein Rat: Hört den Song laut, rockt mit. Die ideale Single für einen Kurzurlaub vom Büroalltag. Braun wird man zwar nicht davon aber der Schweiß fließt in Strömen. In die zweite Seite der Vinyl Single ist ein Cover Song von “Gone daddy gone” eingeritzt worden. Die Original Kapelle waren die “Violent Femmes“. Das Lied scheint sich wachsender Beliebtheit zu erfreuen, da Gnarls Barkley ihn jüngst ebenfalls gecovert hat.